Aus der Schreibwerkstatt mit Tania Witte – Teil 3

Das Letzte, was ich hörte, bevor ich einschlief, waren die Worte meiner Mutter, die in mein Ohr flüsterte, dass sie mich lieb hat. Sie streichelte mir behutsam über den Kopf und verließ dann mein Zimmer. Naja eher das, was mal mein Zimmer war, bevor eine 16 jährige pubertierende Chaotin darin eingezogen war. Nachdem meine Mutter die Tür leise hinter sich geschlossen hatte, war ich weg.
Was ich geträumt hatte, weiß ich nicht mehr. Als ich aufwachte war es schon hell. Die Sonne schien in mein Zimmer. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, wie spät es war: 8:13 Uhr. Mist. Ich hatte verschlafen. Und das obwohl wir in der 2. Stunde eine Deutscharbeit schreiben… König Ödipus… Dialoganalyse… aber was soll’s. Das Buch hatte ich eh nicht gelesen. Da mach ich mir lieber einen gemütlichen Tag… Aber daraus wird wohl nichts denn im nächsten Moment platzte auch schon meine Mutter ins Zimmer. AUFSTEHEN! WIR HABEN VERSCHLAFEN! schrie sie. Danke Mama… Das hab ich noch nicht mitbekommen… Na dann mal los… Anziehen, Zähne putzen, schnell noch was essen und los.
Ich hasse das Gefühl zu spät in die Klasse zu kommen. Alle schauen einen an. So nach dem Motto „hä, wo kommst du denn jetzt her?“
Man schaut in eine Kolonie von Autos. Alle sitzen da, wie Maschinen… zuhören… aufschreiben… zuhören… aufschreiben… immer das Gleiche… der Alltag eines Schülers.
Ich ging also auf meinen Platz und setzte mich. Der Lehrer machte weiter, als wäre nichts gewesen. Der Unterricht interessierte mich nicht besonders. Ich war noch ganz in Gedanken ans Wochenende… Wir waren zu – drrrrrrr – das war unsere Schulglocke. Das Zeichen dafür, dass jetzt das Chaos ausbrechen kann… Pause.

Adelina

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