Aus der Schreibwerkstatt mit Tania Witte – Teil 10

Freiheit ist das, was jeder verdient und niemandem genommen werden darf, außer er baut haut nen Haufen Scheiße so wie T-bag aus Prison Break. Spaß beiseite ich bin für nichts dankbarer als meine Freiheit. Ich mein das ist das, was uns von Nationen wir Nord-Korea oder auch China oder den Emiraten unterscheidet. Freiheit in allen Punkten des Lebens. Halt auch Presse und Meinungsfreiheit. Warum eigentlich Pressefreiheit ich mein die bringt ja eigentlich nur Leuten wie Olli Welke, Jan Böhmermann und Nico Semsrott etwas. Vielleicht heißt Pressefreiheit auch, dass wir auf social-media Plattformen wie Instagram sagen dürfen, was wir wollen. Z.B. in unserer Schülerzeitung waren wir ja so eine Art Presse. Mit meinem Artikel habe ich ja auch was publiziert und über etwas/jemanden berichtet. In anderen Ländern der Welt darf man sowas halt nicht. Das halte ich für echt nicht fair, da jeder das Recht darauf hat, seine Meinung zu sagen und man sich nicht in allen Lebenslagen von anderen beeinflussen lassen soll. Trotzdem um nochmal auf mein Beispiel zurückzukommen. Er hat wirklich unaussprechliche Dinge getan. Wenn die Regierung ihn so weiter handeln ließe, würde er wahrscheinlich noch mehr Leute verletzen, wenn nicht sogar umbringen. Somit war es die einzige Möglichkeit, dass er ins Gefängnis kommt. In dem Fall steht das Wohl der Allgemeinheit über dem eines einzelnen. Das ist auch dasselbe Prinzip bei Leuten mit psychischen Krankheiten. Wenn z.B. jemand den psychischen Drang dazu verspürt, andere zu verletzen, wenn nicht sogar zu töten, sehe ich keinen Sinn darin, dieser Person noch das Geschenk der Freiheit zu lassen. Vielleicht schätzen es diese ja gar nicht so wie wir. Zum Glück hat jeder in Deutschland seine Freiheit, zum Glück habe ich meine Freiheit.

Ich spüre das kalte Wasser. Ohne es zu merken fahre ich mit meinen Händen über meine Jacke. Nasses, raues Leder. Es riecht noch nach der Boutique, in der es Jochen für mich gekauft hat Als ich die Augen öffne, merke ich, dass alles dunkel ist, mehr noch, alles Dunkel dieser Welt kommt an diesem Ort zusammen. Ich fliege, ich liege, ich falle, ich knalle auf den Boden? Nicht fühle ich unter mir, keine Erde, das ist nicht der Wildbach. Stein, was sollte das hier bloß sein? Im Hintergrund höre ich das leise Plätschern eines Wassers, monoton, eine Maschine; das immer gleiche Schlagen des Wassers auf den Boden. Die Luft reicht nach einer Mischung aus Erde, Stein und Pflanzen aber auch frische Blumen, Farbe und ein Hauch Zimt liegen in der Luft

Doch das war alles nur Einbildung, wie ich später feststellte. Ich höre ein Handy im Hintergrund klingeln. Es ist Peter, der Nachmieter. Nur noch drei Tage. Er legt auf. Vor ihm nur Kartons, mehr nicht. Unter seinen Füßen das Knirschen von Holz, das Gefühl von Teppich aber doch anders. Der Geruch von Feuerholz, künstlich wie immer. Er blickt aus dem Fenster, Häuser, Bäume, Autos. Aus dem Radio ertönt es. Noch ein PSU Feigling. Er geht rüber zum Kamin. Dort liegen immer noch die Schürhakenseines Vaters. Schon seit 30 Jahren. Wie immer nutzt er die löchrigen Socken zum Saubermachen, zum Entfernen des Drecks von der Stange. Dieses Gefühl, etwas so einfach zu reinigen, wie ein Eintrag auf einem Konto an Missetaten, wie eine Deadline, die es nicht zu überschreiten gilt. Er dachte an sein Zuhause, sein neues, sein altes, aber auch die Straße, auf der er monatelang gegen die Vergeltung der Außenwelt ankämpfte. Er las das Schild auf der anderen Seite. Park Avenue. Sein Zuhause.

Andreas

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