Aus der Schreibwerkstatt mit Tania Witte – Teil 9

Der Weg
Dann hast du mich gerufen, aber ich war schon zu weit weg um zu hören was du gesagt
hast. Ich wünsche mir bis heute zu wissen welchen Rat du mir mit auf meinen Weg geben
wolltest.
Vielleicht war es etwas wichtiges, vielleicht war es unwichtig, das weiß ich aber leider
nicht. Ich würde aber zu gern wissen ob es sich lohnen würde an diesen Ort und Zeitpunkt
zurückzukehren, aber diesmal vor dir stehen zu bleiben und mir ganz genau anzuhören was es noch zu sagen gab als ich schon so weit gekommen war. Warum hast du mir nicht davor gesagt was es zu sagen gab? Wenn es nicht wichtig gewesen wäre dann hättest du es mir auch zu einem anderen Zeitpunkt sagen können, das ist es was mich manchmal ein wenig verrückt macht.
Wenn ich heute manchmal verzweifelt bin wünsche ich mir nichts sehnlicher als es zu
wissen denn dieser Rat könnte mich womöglich aus einer schwierigen Situation befreien. Es ist wie ein Joker, ein Rat oder Tipp für mein Leben, nur ein einziger, hinter dessen Gesicht ich niemals schauen kann, denn du bist fort. Viel zu weit weg als dass ich dich fragen könnte was du an diesem Sonntagabend zu mir gesagt hast.
Wahrscheinlich könntest du dich nicht einmal daran erinnern. Manchmal finde ich es
gerade zu lächerlich wie es mir so wichtig sein kann zu wissen was es war.
Aber natürlich lebe ich weiter auch ohne dich und deinen kleinen Rat, eine andere
Wahl habe ich nicht mehr. Manchmal ist das Leben so, es gibt immer eine Lösung für alles,
aber man hat nicht immer die Möglichkeit diese Lösung zu finden.
Vielleicht hast du mir also einfach das Leben mit auf meinen Weg gegeben, das Leben
als ganzes und in meinen Gedanken definiert.
Aylin

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